Radverkehr in München – Sicherheit, Projekte und Aktionen

Polizei Bayern
Foto: Hans Schultheiß

Radverkehr in München – Sicherheit, Projekte und Aktionen. Jeder Mensch, der im Straßenverkehr verletzt wird oder gar zu Tode kommt, ist ein Mensch zu Vviel. Der Stadtrat hat im April ein neues Verkehrssicherheitskonzept für München beschlossen.
Dieses Konzept enthält ein strategisches Ziel für die Verkehrssicherheit: die Vision Zero, also
keine Schwerverletzten oder Verkehrstoten mehr.

Um dem näher zu kommen, sind gerade auch im Radverkehr weitere Verbesserungen notwendig.
Das Kreisverwaltungsreferat ist damit beauftragt, bis zum Herbst ein Maßnahmenprogramm zum
neuen Verkehrssicherheitskonzept auszuarbeiten. Neue Auswertungsmethoden und eine digitale
Unfallkarte, sollen künftig beim Entschärfen von Unfallschwerpunkten helfen.

Alle Maßnahmen stehen unter dem Leitkonzept Sicherheit – für ein gleichberechtigtes,
umsichtiges und sicheres Miteinander von Fußgängern, Radfahrern und dem motorisierten
Verkehr in München.

Verbesserungen bei der Führung des Radverkehrs im Straßenraum

Die laufende Optimierung der Radverkehrssicherheit ist fester Teil der Arbeit des
Verkehrsmanagements im KVR. Im Jahr 2017 hat das Kreisverwaltungsreferat eine Reihe von
Verbesserungen bei der Führung des Radverkehrs angeordnet, die daraufhin vom Baureferat
umgesetzt wurden. Dazu gehören etwa Radfahrstreifen und Schutzstreifen mit Einfädelhilfen im
Straßenzug Herzog-Heinrich-Straße, Kaiser-Ludwig-Platz und Georg-Hirth-Platz, Schutzstreifen
am nördlichen Bavariaring zwischen der Zufahrt zur Theresienwiese und der Rückertstraße und
auf der Wredestraße zwischen Marsstraße und Arnulfstraße, außerdem Radfahrstreifen an der
Ostseite der Schleißheimer Straße zwischen Hohenzollernstraße und Herzogstraße.

Für das laufende Jahr stehen weitere Infrastrukturmaßnahmen zur Verbesserung der
Radverkehrssicherheit an, zum Beispiel Radfahrstreifen auf der lmplerstraße, auf der
Plinganserstraße zwischen Lindenschmittstraße und Lindwurmstraße, in der
Lindwurmunterführung und in der Eisenbahnunterführung Werinherstraße, außerdem die
Roteinfärbung von verschiedenen Fahrradfurten an der Nymphenburger Straße.

Entschärfte Gefahrenstellen nach der Kontrollaktion „Rechtsabbieger“ 2017
Das Verkehrsmanagement des Kreisverwaltungsreferats hat die in der Online-Umfrage des
Polizeipräsidiums München im Jahr 2017 benannten Gefahrenstellen geprüft und konnte in
Abstimmung mit der Polizei zahlreiche Verbesserungen enivirken:

› Berg am Laim-Straße | Leuchtenbergring: Neonfarbenes Hinweisschild „Unfallgefahr“,
große Fahrradampel, Roteinfärbung der Fahrradfurt
› Lindwurmstraße l Poccistraße: Roteinfärbung der Fahrradfurten, große Fahrradampel
› Donnersberger Brücke [Arnulfstraße: Roteinfärbung der Fahrradfurt, Gelbblinker
› Sonnenstraße l Schwanthalerstraße: Roteinfärbung der Fahrradfurt
› Maximilianstraße | Steinsdorfstraße: große Fahrradampel, Roteinfärbung der Fahrradfuit
› Zweibrückenstraße | Erhardstraße: Radfahrstreifen stadtauswärts an der Südseite derzeit
in Prüfung
› Ludwigsbrücke | Steinsdorfstraße: Roteinfarbung der Fahrradfurten, neonfarbenes
Hinweisschild „Rechtsabbieger auf Radfahrer achten“, Gelbblinker
› Paul-Heyse-Unterführung l Arnulfstraße stadtauswärts: Roteinfärbung der Fahrradfurt,
große Fahrradampel, verbesserte Beleuchtung im Tunnel
› Dachauer Straße l Sandstraße: Zweirichtungsradfurt, Roteinfärbung von Fahrradfurten,
große Fahrradampel ,
› Humboldtstraße | Pilgersheimer Straße: Roteinfärbung der Fahrradfurt
› Schenkendorfstraße | Leopoldstraße: Gelbblinker, neue Ampelschaltung, Roteinfärbung
der Fahrradfurten

Weitere Verbesserungen sind stadtweit in Prüfung.
Fahrradstraßen und geöffnete Einbahnstraßen

Im Jahr 2017 konnte eine weitere Straße – die Alfons-Goppel-Straße – als Fahrradstraße
eingerichtet werden. München hat damit 61 Fahrradstraßen. Anträge auf neue Fahrradstraßen
werden in der Reihenfolge des Eingangs bearbeitet. Eine Fahrradstraße kommt allerdings nur in
Betracht, wenn der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist, oder das bald zu erwarten ist,
und die Fahrbahn zum Beispiel einen fahrradfreundlichen Belag hat.

Zudem wurden weitere 20 Einbahnstraßen für den Radverkehr geöffnet. Damit sind aktuell
383 der insgesamt rund 700 Einbahnstraßen für den gegenläufigen Radverkehr geöffnet.

Kommunale Verkehrsüberwachung

Im Jahr 2017 hat die Kommunale Verkehrsüberwachung (KVÜ) 6.675 (Vorjahr: 5.783)
gebührenpflichtige Verwarnungen wegen Radfahrverstößen ausgesprochen. Dabei handelt es
sich vor allem um Verwarnungen wegen verbotswidrigen Radelns auf Gehwegen (10 Euro),
etwa am Bavariaring oder der Brienner Straße, sowie das verbotswidrige Radeln in
Fußgängerzonen (15 Euro), etwa am Marienplatz oder auf der Neuhauser Straße.

Zu den Aufgaben der KVÜ gehört auch die Kontrolle der Radfahrstreifen, Radwege und
Schutzstreifen auf Falschparker. Parkverstöße auf diesen Bereichen kosten je nach Dauer
und Grad der verursachten Behinderung ein Verwarnungsgeld zwischen 20 und 35 Euro.
Aufgrund häufiger Beschwerden und vieler Verstöße sind die viel befahrenen lnnenstadt~
Radl routen Oberanger und Kapuzinerstraße ganzjährig ein Kontrollschwerpunkt. Am Radweg
Oberanger wurden im Jahr 2017 39 Verstöße festgestellt, auf der Kapuzinerstraße erfolgten
107 Verwarnungen wegen Parkens mit Behinderung.

Aktueller Stand der Radverkehrs-Pilotprojekte

München will neue Regeln testen. Sollten die Tests erfolgreich sein, kann die Stadt zusammen mit
dem Städtetag auf eine bundesweite Gesetzesänderung hinarbeiten. inzwischen liegen alle
erforderlichen Rückmeldungen übergeordneter Stellen zu den bereits angekündigten
Pilotversuchen vor.

Das Bayerische Staatsministerium des Inneren hat den Pilotversuch Vorfahrt für Radler in
Fahrradstraßen grundsätzlich befürwortet, allerdings Tempo-30-Zonen ausgeschlossen. Geplant
ist daher das versuchsweise Herausnehmen einzelner Abschnitte aus der Tempo-30-Zone und
eine gesonderte Beschilderung. Erste Tests laufen voraussichtlich noch in diesem Jahr auf der
Clemensstraße.

Beim Grünen Pfeil für Radler wird München Testfeld für einen Pilotversuch der Bundesanstalt
für Straßenwesen (BAST). Damit hat der Bund die Münchner initiative aufgegriffen und München
wird, unter anderem neben Hamburg, Leipzig und Köln, als eine der ersten Städte den Einsatz
des neuen Verkehrszeichens testen. Der Zeitplan wird ab Juni mit der BAST geklärt. Der
Pilotversuch startet voraussichtlich im Jahr 2019.

Der Pilotversuch zur Grünen Welle für Radfahrer auf der Schellingstraße zwischen Luisenstraße
und Ludwigstraße ist bereits durchgeführt worden. Die TU München hat hierzu eine Masterarbeit
vergeben, um die Auswirkungen auf den Radverkehr und die anderen Verkehrsarten zu prüfen,
die gerade fertiggestellt wurde. Die Ergebnisse sollen dem Stadtrat im Herbst 2018 zur
Entscheidung über das weitere Vorgehen vorgelegt werden.

Aktionen und Events zum Radverkehr

Die Münchner Radlnacht startet in diesem Jahr am Samstag, 7. Juli, auf dem
Königsplatz. Dort erwartet die Besucher ab dem Nachmittag ein Unterhaltungsprogramm,
bevor Oberbürgermeister Dieter Reiter als Schirmherr der Radlnacht bei Einbruch der
Dämmerung das Startsignal für Münchens großen Radl-Corso gibt. Vergangenes Jahr
fuhren rund 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen durch die sommerliche
Nacht.

Bei der Radlrallye am Sonntag, 16. September, im Riemer Park geht es um unabhängige
Mobilität mit dem Fahrrad und Verkehrssicherheit. Kinder zwischen 4 und 14 Jahren
können an 30 verschiedenen Stationen Verkehrsregeln lernen und ihre Geschicklichkeit
auf dem Fahrrad trainieren. Mehr als zweihundert Kinder waren vergangenes Jahr dabei.
Mit dem Radl check XXL gibt es eine Ergänzung zu den zahlreichen Radl-
Sicherheitschecks im Stadtgebiet. An vier Terminen, über das Jahr verteilt, gibt es an
ausgewählten Orten zusätzliche Informations-Aktionen: An einem Unfallschwerpunkt
etwa wird das Thema toter Winkel und Abbiege verhalten von Lastwagen und Bussen
thematisiert.

Bitte mit Helm!

Seit Beginn der Fahrradsaison 2018 gibt es das Faltblatt „Bitte mit Helm“ mit
Sicherheitstipps zum Thema Fahrradhelm. Ein Helm trägt neben einem umsichtigen Fahrstil
und einem verkehrssicheren Fahrrad maßgeblich zur Sicherheit von Fahrradfahrerinnen und
Fahrradfahrern bei. Das Faltblatt wird zum Beispiel bei allen Radl-Sicherheitschecks verteilt.

Quelle Text: Kreisverwaltungsreferat