Präventionshinweis der Münchner Verkehrspolizei zum Thema Motorrad

Toter Winkel
Foto: Hans Schultheiß

Präventionshinweis der Münchner Verkehrspolizei zum Thema Motorrad, das sommerliche Wetter der letzten Wochen nahmen viele Münchnerinnen und Münchner zum Anlass, ihr Motorrad rauszuholen und bei einer Ausfahrt mit ihrer Maschine den Alltag zu vergessen. Das Gefühl zu erleben, sich in Kurven zu legen, die Straße und die Kraft der Maschine zu spüren, gemeinsam mit anderen Bikern die Natur zu erleben und sich frei zu fühlen!

Anders als das bei Autos in der Regel der Fall ist, sind Motorräder mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Sie vermitteln ein anderes Lebensgefühl: ein Gefühl von Freiheit. Doch diese Freiheit ist nicht ganz ungefährlich. Denn der schützende „Käfig“ des Autos fehlt. Für einen Motorradfahrer besteht ein 18-mal höheres Risiko, Opfer eines tödlichen Verkehrsunfalls zu werden, als für einen Autofahrer.

Dies zeigt sich auch in der Unfallstatistik: In Bayern ist jeder 5. Verkehrstote ein Motorradfahrer. Jeden 3. Tag ist statistisch gesehen im vergangenen Jahr ein Motorradfahrer in Bayern ums Leben gekommen. In München und im Landkreis München wurden im Jahr 2017 bei 659 Motorradunfällen 577 Personen verletzt und fünf getötet. Im aktuellen Jahr 2018 verlor in München bereits ein Motoradfahrer bei einem Unfall sein Leben. Hauptunfallursache ist nach wie vor überhöhte Geschwindigkeit. In München verloren im vergangenen Jahr zwei Motorradfahrer aufgrund überhöhter Geschwindigkeit bei Unfällen ihr Leben.

Alle Verkehrsteilnehmer, also auch Motorradfahrer, tragen Verantwortung für sich und für andere. Jeder Biker sollte sich daher bei aller Faszination und allem Freiheitsgefühl die Frage stellen: Wie kann ich das Risiko eines Verkehrsunfalls reduzieren und was kann ich zur Verkehrssicherheit für mich und andere beitragen?

Damit die Freude und der Genuss möglichst lange anhalten, sollten folgende Tipps beachtet werden:

Technische Ausstattung wie Beleuchtung, Bremsen und Bereifung der Maschine auf Funktionstüchtigkeit und Sicherheit checken! Gegebenenfalls empfehlen wir eine Inspektion des Motorrades bei einem Fachhändler.
Schutzausrüstung überprüfen! Auch Helmschale und Polster altern. Nur wenn alles passt, kann das Verletzungsrisiko verringert werden.
An einem Fahrsicherheitstraining teilnehmen! Dies verbessert die Fertigkeiten im Umgang mit der Maschine und trägt zur Erhöhung der Sicherheit bei.
Mit Licht fahren und reflektierende Kleidungsstücke tragen, was die Erkennbarkeit erhöht.
Vorausschauend und defensiv fahren!
Keine Kurven schneiden!
Auf die Straßen- und Witterungsverhältnisse achten!
Daran denken, dass sich auch die anderen Verkehrsteilnehmer erst wieder auf Motorradfahrer einstellen müssen und mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen.

Vor allem letztgenannter Punkt sollte von Motorradfahrern besonders beachtet werden. Oftmals werden sie von linksabbiegenden oder wendenden Fahrzeugführern übersehen.
Bei allem Fahrspaß und Vergnügen sollten aber die Anwohner nicht vergessen werden. Gerade an Wochenenden sind diese betroffen. Lärm macht krank! Deshalb sollten alle Motorradfahrer darauf achten, unnötigen Lärm durch manipulierte Auspuffanlagen oder Luftfilter und unnötig hohe Drehzahlen zu vermeiden.

Freude an schnellen Motorrädern ist keine Rechtfertigung für die Belästigung anderer!

Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme vermindern das Risiko für Motorradfahrer. Wir wollen, dass alle sicher und gesund wieder zu Hause ankommen!

Die Münchner Polizei wünscht allen eine unfallfreie Saison.

Weitere hilfreiche Infos gibt das Institut für Zweiradsicherheit unter folgendem Link:
http://www.ifz.de/produkt-kategorie/flyer-checklisten

Quelle Text: Polizei Bayern