Die LFU205 ist in der Flugwerft angekommen!

LFU205
Quelle: deutsches Museum
uebergabe
Foto: Deutsche Museum

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) übergibt dem Deutschen Museum die LFU 205 – das Unikat ist eines der ersten Motorflugzeuge in Kunststoffbauweise (München, 8. März 2018) Revolutionäres Leichtgewicht: 50 Jahre nach ihrem Erstflug landet die LFU 205 dauerhaft in der Flugwerft Schleißheim. Sie war eines der ersten Motorflugzeuge in Kunststoffbauweise, blieb ein Einzelstück und war ab 1984 für Forschungszwecke beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Einsatz. Heute wurde das neue Exponat offiziell dem Deutschen Museum übergeben.

Eine echte „68erin“ und tatsächlich revolutionär: Am 29. März 1968 absolvierte die LFU 205 erfolgreich ihren Erstflug. Das Flugzeug war in den 1960er Jahren als Technologieträger für die Kunststoffbauweise von der Leichtflugtechnik-Union (LFU), einem Zusammenschluss der Firmen Bölkow, Rhein-Flugzeugbau und Pützer-Kunststofftechnik, in Kooperation mit dem DLR entwickelt worden. Technische Neuerungen waren zum einen, dass erstmals auch tragende Bauteile in Faserverbundbauweise hergestellt wurden und zum anderen, dass sich die neuartige Schlauchbauweise „mechanisieren“, das heißt auf Maschinenfertigung umstellen ließ. „Die LFU 205 ist ein Meilenstein in der Flugzeugentwicklung – und macht weitere Meilensteine möglich“, sagt Arne Seitz vom Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik des DLR, der die Maschine mit nach Schleißheim gebracht hat.

Video: H.Schultheiß

Auch in einem Artikel aus der „Zeit“ vom 19. April 1968 schwärmt der Autor regelrecht: „Gegenüber den konventionell gebauten Vertretern ihrer Klasse weist die LFU 205 attraktive Vorteile auf.“ Und dann folgt eine lange Liste mit Vorzügen: von der größeren Reichweite dank der spiegelglatten Oberfläche über die stabilere Form und größere Unempfindlichkeit gegen Stöße und Korrosion bis hin zum geringeren Gewicht und leichteren Reparierbarkeit und dem Schluss: „Messungen und Tests haben inzwischen ergeben, daß es keinesfalls gefährlich ist, sich ins Cockpit eines Kunststoff-Flugzeuges zu setzen.“
„Trotzdem blieb die LFU 205 ein Einzelstück“, sagt Gerhard Filchner, „eine Serienfertigung kam wohl wegen zu hoher Vorbereitungskosten nicht zustande.“ Der Leiter der Flugwerft Schleißheim freut sich über den einzigartigen Neuzugang. „Wir bemühen uns schon seit den 1980er Jahren um diese Maschine, aber sie war leider nicht verfügbar, weil sie noch bis letztes Jahr im Forschungseinsatz war.“

  • Technische Daten LFU 205
  • Länge 7,44 Meter
  • Höhe 2,30 Meter
  • Spannweite 10,50 Meter
  • Kabinenlänge 2,20 Meter
  • Kabinenbreite 1,10 Meter
  • Kabinenhöhe 1,25 Meter
  • Sitzplätze 3
  • Leergewicht 947 Kilogramm
  • Gesamtgewicht 1280 Kilogramm
  • Antrieb Lycoming IO-360-Kolbenmotor
  • Leistung 147 kW (200 PS)
  • Propeller Verstellpropeller Hartzell HC-C2YK-1 B
  • Reichweite ca. 1000 Kilometer
  • Flughöhe maximal 3600 Meter (12 000 Fuß)
  • Geschwindigkeit maximal 325 Kilometer pro Stunde
  • Reisegeschwindigkeit 270 Kilometer pro Stunde
  • Mindestgeschwindigkeit 116 Kilometer pro Stunde
  • Flugdauer 3:30 Stunden Tankkapazität zwei Mal 96 Liter

Quelle: Text deutsches Museum