Kranzniederlegung in der Bayerischen Staatskanzlei

Foto: Hans Schultheiß
Foto: Hans Schultheiß

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann legt Kranz zum Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung nieder.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat anlässlich der Kranzniederlegung zum Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung vor der Bayerischen Staatskanzlei den Beitrag der deutschen Heimatvertriebenen zum Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg als “maßgeblichen Teil unserer bayerischen Erfolgsgeschichte“ bezeichnet. Herrmann, der bei dem Gedenktag den bayerischen Ministerpräsidenten vertrat, sagte vor den Vertriebenenverbänden: “Wir sind dankbar für Ihren Leistungswillen, Ihren Mut und Ihre Schaffenskraft. Denn damit haben Sie die Entwicklung unseres Landes entscheidend mitgestaltet.” Die rund drei Millionen Heimatvertriebenen, die durch Flucht und Vertreibung in den Freistaat gekommen sind, hätten sich aktiv am Wiederaufbau der neuen Heimat beteiligt und beherzt mit angepackt sowie mit äußerster Disziplin und aus eigener Anstrengung heraus eine neue Existenz geschaffen. “Und das nicht in Abgrenzung, sondern im Miteinander mit der heimischen Bevölkerung.”

Nicht umsonst würde man von den Sudetendeutschen, die in Bayern den Großteil der Heimatvertriebenen ausmachten, neben den Altbayern, Schwaben und Franken als „vierter Stamm“ Bayerns sprechen. Rückblickend, so Herrmann, erscheine die zügige soziale wie ökonomische Integration der ungeheuren Zahl an Flüchtlingen und Vertriebenen, die nur durch ihre enorme Anpassungs- und Leistungsbereitschaft möglich war, sogar als das eigentliche ‘Nachkriegswunder’. Trotz des Leids und des ungeheuren Verlusts, den die Vertriebenen erfahren mussten, hätten sie früh Versöhnung gesucht, menschliche Brücken in ihre alte Heimat gebaut und damit tiefe Gräben in den Köpfen und Herzen überwunden. “So haben Sie in ganz besonderer Weise den Glauben an die Völkerverständigung gestärkt und ein tragfähiges Fundament für Versöhnung und Neuanfang gelegt.”

Herrmann erinnerte daran, dass die Zahl der Menschen, die weltweit vor Krieg, Konflikten und Verfolgung fliehen, einen traurigen Negativrekord erreicht habe und mahnte, aus der Geschichte zu lernen: „Vertreibung war, ist und bleibt ein gravierendes Unrecht, jede Vertreibung, jede ethnische Säuberung ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“ Geschichte sei niemals nur etwas Vergangenes, sondern immer auch ein Wegweiser für die Zukunft. „Nur wenn wir aus dem Geschehenen die Lehren ziehen und aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, können wir unsere Zukunft besser gestalten.“

Quelle: Text Bayerisches Staatsministerium des Innern