„Gscheid radln – aufeinander achten“ 2018

Polizei Bayern
Foto: Hans Schultheiß

Gemeinsame Kampagne des
Polizeipräsidiums München und
der Landeshauptstadt München
„Gscheid radln – aufeinander achten“ 2018

Polizei Bayern
Foto: Hans Schultheiß

Fahrradfahren erfreut sich bereits seit längerem zunehmender
Beliebtheit. Es gilt als sportlich, dynamisch, unabhängig und
umweltbewusst. Auch in der Landeshauptstadt München nimmt die
Zahl der Fahrradfahrenden stetig zu. Aufgrund dieser Entwicklung
ist es umso wichtiger, dass alle Verkehrsteilnehmer „aufeinander
achten“. Die „gegenseitige Rücksichtnahme“ ist nicht umsonst als
wichtigster Grundsatz bereits im §1 der Straßenverkehrsordnung
verankert. Diese Kernaussage möchte das Polizeipräsidium
München in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München,
in der inzwischen 8. Kampagne „Gscheid radeln – aufeinander
achten“ den Verkehrsteilnehmern in München nahebringen.

Gemeinsames Ziel ist es, die Assoziationen mit dem Radfahren um
einen Punkt zu erweitern. Radfahren in München soll nicht nur
sportlich, dynamisch, unabhängig und umweltbewusst sein,
sondern vor allem eines: sicher!

Unfalllage

Gemeinsames Ziel ist es, die Assoziationen mit dem Radfahren um
einen Punkt zu erweitern. Radfahren in München soll nicht nur
sportlich, dynamisch, unabhängig und umweltbewusst sein,
sondern vor allem eines: sicher!

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von
Radfahrern ging erfreulicherweise auch im Jahr 2017 zurück. Im
Stadtgebiet München ereigneten sich 2017 insgesamt 2.462
Radfahrerunfälle und damit 1,8% Weniger als im Jahr davor. Auch
die Gesamtzahl der dabei verletzten Radfahrer ging um 2,2% auf
2.174 zurück.

Leider setzte sich der Abwärtstrend nicht im Bereich der
schwerverletzten Radfahrer fort. Mit 247 erlitten im Jahr 2017
15,4% mehr Radfahrer schwere Verletzungen. Auch die Zahl der
getöteten Radfahrer stieg von drei im Jahr 2016 auf vier im Jahr
2017 an.

Etwa 88,4% aller in einen Verkehrsunfall verwickelten Radfahrer
erlitten im Jahr 2017 in Folge des Unfalls Verletzungen. Nahezu
jeder dritte bei einem Unfall verletzte Verkehrsteilnehmer ist ein
Radfahrer. Bei den Schwerverletzten ist es sogar beinahe jeder
zweite.

Fahrradhelm

Trotz der erhöhten Gefahr, im Falle eines Verkehrsunfalles
Verletzungen zu erleiden, nutzen immer noch zu wenige Radfahrer
einen Fahrradhelm. Nur etwa ein Drittel der bei Verkehrsunfällen
verletzten Radfahrertrug einen Fahrradhelm.

Unfallursachen

Mehr als die Hälfte aller Radfahrerunfälle (55,5%) wurden durch
Radfahrer (mit)verursacht.

Die vorschriftswidrige Straßennutzung ist hierbei die häufigste
Unfallursache. Hierunter fällt neben dem verbotswidrigen Fahren
Auf dem Gehwege auch das Fahren auf dem Radweg entgegen der
Vorgeschriebenen Fahrtrichtung als sogenannte „Geisterradler“.

Ebenfalls könnten viele Unfälle vermieden werden, wenn die
Radfahrer die Vorfahrt bzw. den Vorrang anderer
Verkehrsteilnehmer beachten würden. Gleiches gilt für das Rotlicht
an Kreuzungen und Einmündungen.

Häufig unterschätzen Radfahrer die Wirkung des Alkohols. Bei 112
und damit jedem fünften von Radfahrern verursachten
Verkehrsunfall spielte Alkohol eine Rolle. 41,9% und damit fast die
Hälfte aller alkoholisierten Unfallbeteiligten waren Radfahrer.
Bereits ab 0,3 Promille in Verbindung mit einer alkoholbedingten
Fahrunsicherheit macht sich ein Radfahrer strafbar. lm
Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München konnten im
vergangenen Jahr 359 Radfahrer festgestellt werden, die aufgrund
ihrer Alkoholisierung nicht mehr fahrtüchtig waren.

Etwa jeder siebte Verkehrsunfall mit Beteiligung von Radfahrern
passiert, weil Pkw- oder Lkw-Fahrer beim Rechtsabbiegen den in
gleicher Richtung fahrende Radfahrer übersehen. Allein bei dieser
Art von Unfällen verletzten sich 352 Radfahrer. Das sind 13,8% aller
verletzten Radfahrer.

Vor allem bei Kollisionen zwischen Radfahrern und Lkw ist die
Verletzungsgefahr für Radfahrer sehr hoch. Dies zeigte sich auf
besonders tragische Weise bei drei der fünf tödlichen Unfälle mit
Beteiligung von Radfahrern im Jahr 2017. Bei allen drei Unfällen
spielte der sogenannte „Tote Winkel“ eine Rolle.

Polizeivizepräsident Werner Feiler appelliert an die Münchner
Verkehrsteilnehmer:
„Denken Sie im Bereich von Kreuzungen und Einmündungen an die
Gefahren des „Toten Winkels“! Suchen Sie als Radfahrer
Blickkontakt zu den Fahrern von rechtsabbiegenden Fahrzeugen
und stellen Sie so sicher, dass sie wahrgenommen Wurden!
Verzichten Sie lieber auf Ihr Vorrecht, wenn Sie nicht sicher sind,
das Sie der Fahrer gesehen hat“

Maßnahmen

Mit der Kampagne „Gscheid radln – aufeinander achten“ soll das
Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer für das Thema „Sicherheit des
Radverkehrs“ gestärkt werden.

Mit einem ausgewogenen Anteil an Verkehrsaufklärung,
Verkehrsüberwachung und Öffentlichkeitsarbeit soll das Radfahren
in München noch sicherer gemacht werden. Dabei liegt das
Augenmerk sowohl auf den Radfahrern, als auch auf den
Kraftfahrern.

Die Münchner Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten werden
während der kommenden Monate verstärkt auf
Gefahrensituationen in Verbindung mit dem Radverkehr achten.

Schwerpunkte liegen hierbei unter anderem bei folgenden
Verstößen:

Verbotswidrige Nutzung des Radweges entgegen der
Fahrtrichtung
> Vorfahrts- und Rotlichtverstöße durch Radfahrer
> Verkehrstüchtigkeit von Radfahrern
> Verkehrssicherheit von Fahrrädern
> Fehlverhalten von Kraftfahrzeugführern beim Rechtsabbiegen
> Verbotswidriges Parken auf dem Radweg

Uniformierte Fahrradstreifen

Polizei Bayern
Foto: Hans Schultheiß

Um einen besseren Blick für Radfahrer und aus Sicht eines
Radfahrers zu erhalten, werden auch dieses Jahr verstärkt
uniformierte Fahrradstreifen eingesetzt.

Im Rahmen eines Trageversuches wird von April bis Oktober 2018
in den Städten München, Erlangen und Passau eine neue
Funktionskleidung speziell für uniformierte Fahrradstreifen getestet.

Als funktionale Ergänzung zur neuen blauen Uniform der
Bayerischen Polizei werden für den Einsatz durch Fahrradstreifen
unter anderem Trikots, gepolsterte Radhosen, Softshell-Jacken
und natürlich Helme erprobt.

Polizeivizepräsident Werner Feller:

„Liebe Münchnerinnen und Münchner, lassen Sie uns gemeinsam
an dem Ziel arbeiten, das Radfahren in München sicher zu machen!

Seien Sie für Kinder und Jugendliche durch rege/konformes
Verhalten ein Vorbild!

Fahren Sie stets vorsichtig und vorausschauend, egal ob mit dem
Fahrrad oder dem Kraftfahrzeug.

Rechnen Sie auch mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer und
verzichten Sie im Zweifelsfall lieber auf ein Vorrecht, anstatt eine
Gefahrensituation entstehen zu lassen.

Geben Sie aufeinander Acht! “

Die Münchner Polizei bittet stets Folgendes zu beachten:
Mit Verstößen gefährden Verkehrsteilnehmer nicht nur sich selbst,
sondern auch andere. Die Einhaltung von Regeln schützt ~ vor
allem Sie selbst. Rechnen Sie mit Fehlern anderer und suchen sie
stets den Blickkontakt („Besser Blickkontakt als Blechkontakt“).
Neben der Beachtung der Verkehrsvorschriften fordert die
Straßenverkehrsordnung von allen Verkehrsteilnehmern ständige
Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme. Verzichten Sie im
Zweifelsfall lieber einmal mehr auf ihr Vorrecht.

Die Münchner Polizei wünscht ihnen stets sichere und entspannte
Fahrt.

Quelle Text: Polizei Bayern