Die lange Nacht im deutschen Museum

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Mobiler Nachtschwärmer trifft Alien

Foto: Kepler

Während im Verkehrszentrum der „bewegte Mensch“ im Mittelpunkt steht, wird auf der Museumsinsel galaktisch gefeiert: Unter dem Motto „Dare Utopia!“ startet mit der Langen Nacht im Zentrum Neue Technologien das 6. „Münchner Science & Fiction Festival – art and science“. Neben „außerirdischen“ Kunst- und Technikerlebnissen gibt es natürlich auch die beliebten Klassiker von der Taschenlampenführung durchs Bergwerk bis zur Dachterrassenbar. Und zwischen Isarinsel und Theresienhöhe pendeln bis Mitternacht die Oldtimer des Rollenden Museums als kostenloser Shuttle-Service.

Kunst, Musik, Film, Theater, Wissenschaft und Technik – all das an einem Ort, in einer Nacht zu erleben – utopisch? Das Deutsche Museum wagt die Utopie! Zum ersten Mal bietet das Haus auf der Museumsinsel dem „Münchner Science & Fiction Festival – art and science“ eine Heimat. Dessen Motto „Dare Utopia!“ (Utopie wagen) gilt auch in der Langen Nacht. „Die Utopie ist ein Nährboden der Wissenschaft“, sagt dazu Museumschef Wolfgang M. Heckl. „Unsere Meisterwerke dokumentieren ja auch, wie technischer Fortschritt die Gesellschaft verändert.“

Im Zentrum Neue Technologien und an vielen weiteren Stellen im ganzen Haus gibt es Ausstellungen und Aktionen, Performances, Science-Shows, VR-Erlebnisse und vieles mehr. Und weil eine Nacht für so ein galaktisches Programm nicht lang genug ist, geht es am Sonntag von 10 bis 17 Uhr mit dem Festival auf der Museumsinsel weiter.

Dazu sorgen in der Langen Nacht Klassiker wie die Taschenlampenführung durchs Bergwerk oder die Starkstrom-Vorführung für Gänsehautmomente. Zur Entspannung mit Aussicht bieten die Junioren unseres Freundes- und Förderkreises wieder Barbetrieb mit einmaligem Ausblick auf der Planetariumsterrasse, bevor die Besucher in der Oststernwarte oder im Sonnenuhrengarten einen Blick durchs Teleskop in die unendlichen Weiten des Weltalls werfen. Den nötigen Koffein-Kick, um die ganze Lange Nacht zu genießen und aus der Utopie Wirklichkeit werden zu lassen, gibt es in der spannenden und sinnesreizenden Sonderausstellung „Kosmos Kaffee“ und im Science Café.

Danach können sich die Nachtschwärmer stilecht in einem Oldtimer des Rollenden Museums zum Verkehrszentrum auf die Theresienhöhe chauffieren lassen. Dort steht der mobile Mensch im Mittelpunkt. Die Besucher bewegen sich durch die drei historischen Hallen auf der Theresienhöhe und erleben dabei Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Mobilität. Knapp 300 Fortbewegungsmittel – vom Knochenschlittschuh über Eisenbahnen und Automobile bis zum modernen E-Bike – zeugen vom Erfindungsreichtum des Homo sapiens, um schneller vom Fleck zu kommen oder auch größere Distanzen zu überwinden.

Bei den Vorführungen der Dampflokomotive S3/6 oder der „Puffing Billy“ kommt auch Bewegung in die Exponate. Im Kutschensimulator können sich die Besucher auf einer Fahrt wie zu Mozarts Zeiten ordentlich durchrütteln lassen. Wer lieber aktiv bleibt, probiert Geschick und Gleichgewichtssinn auf einem der schrägen oder innovativen Radl im Innenhof. Und nicht zuletzt lohnt sich auch immer wieder das Stehenbleiben – zum Beispiel an den Fotowänden der aktuellen Sonderausstellung mit Bildern von Roger Fritz unter dem Titel „Der bewegte Mensch“.

„Die Lange Nacht der Münchner Museen ist immer einer der großen Höhepunkte in unserem Veranstaltungsjahr – und ich glaube, dass wir dank des Science-Fiction-Festivals auch viele neue Besucher für unser Museum begeistern werden“, freut sich Generaldirektor Heckl.