Betrug durch falsche Polizeibeamte

Polizei

Betrug durch falsche Polizeibeamte – Schwabing

Bereits am Donnerstag, 05.04.2018, gegen 20.30 Uhr, nahm ein vorgeblicher Kriminalbeamter, der sich als „Herr Beckmann“ ausgab, mit einer 67-Jährigen telefonischen Kontakt auf. Er teilte der 67-Jährigen mit, dass in unmittelbarer Nähe ihres Wohnorts Einbrecher festgenommen worden wären. Diese hätten in einem mitgeführten Buch ihr Schließfach in einer Bankfiliale vermerkt gehabt.

Nachdem der falsche Polizeibeamte der 67-Jährigen auch den genauen Inhalt ihres Schließfaches mitteilen konnte, gelang es ihm schließlich diese davon zu überzeugen, dass der betreffende Inhalt gefährdet sei.

In der Folge telefonierte die 67-Jährige auch mit einem Herrn Schneider. Die falschen Polizeibeamten schärften der 67-Jährigen ein, niemanden über dieses Gespräch zu informieren. Außerdem sollte sie sich am Folgetag unter einer mitgeteilten Mobilfunknummer melden. Als die 67-Jährige dies am Freitag, 06.04.2018 tat, konnte sie einen der beiden Männer erreichen, welche ihr mitteilten, dass die Täter bereits an ihrem Schließfach gewesen wären und den Inhalt ausgetauscht hätten. Sie solle daher die Wertgegenstände aus ihrem Schließfach entnehmen und einem Abholer übergeben. Dieser würde auf der Straße auf sie warten und die Gegenstände anschließend zu einer Untersuchung in ein Labor bringen.

Nachdem die 67-Jährige gemäß der Absprache ihr Schließfach entleert und die Gegenstände im Wert von mehreren zehntausend Euro übergeben hatte, wurde sie von dem falschen Polizeibeamten über das Telefon zum Polizeipräsidium München dirigiert. Als sie dort eintraf, wurde das Telefonat jedoch beendet und die falschen Polizeibeamten waren ab diesem Zeitpunkt telefonisch nicht mehr erreichbar.

Täterbeschreibung:
Der Abholer war ca. 1,65 m groß, hatte eine kräftige Statur (untersetzt), dunkle Haare, einen starken Haarwuchs und markante Augenbrauen. Der Mann war sportlich gekleidet mit schwarzem T-Shirt, schwarzer Trainingshose und sprach deutsch mit ausländischem Akzent.

Zeugenaufruf:
Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich der Kaiserstraße / Belgradstraße Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten?
Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kriminalfachdezernat 3 (AG-Phänomene), Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Hinweis Ihrer Münchner Polizei:
Falsche Polizei- oder Kriminalbeamte verwenden fast immer den Trick, dass sie die Angerufenen über vermeintliche Einbrüche in der Nachbarschaft informieren. Sie behaupten, dass sie deshalb in der Wohnung mögliche Geld- bzw. Schmuckbestände kontrollieren müssten.

Vergewissern Sie sich bitte durch einen Rückruf bei einer Polizeidienststelle, ob es sich tatsächlich um einen Polizeibeamten handeln könnte. Lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung, die sich nicht eindeutig legitimieren können.

Dieser Hinweis gilt außerdem für Betrugsmaschen ähnlicher Art. Wenn Sie Anrufe von vermeintlichen Personen anderer Behörden erhalten, vergewissern Sie sich über einen unabhängigen Anruf bei dieser Behörde, ob der Anrufer tatsächlich in deren Auftrag bei Ihnen angerufen hat.

Machen Sie am Telefon niemals Angaben über Ihre finanziellen Verhältnisse und teilen Sie keine Bankverbindungsdaten mit.

Im Zweifelsfall rufen Sie bitte sofort den Polizeinotruf 110 an!

Quelle: Polizei München