Bayerns Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann veröffentlicht Einbürgerungsstatistik für 2018

Einbürgerung
Foto: Hans Schultheiß

 18.062 Eingebürgerte – Steigerung zum Vorjahr um 15,5 Prozent

Über 43 Prozent der Neubürger stammen aus EU-Mitgliedstaaten – Deutlicher Anstieg bei britischen Staatsangehörigen

Video: Hans Schultheiß

Bayerns Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann hat heute in München die Einbürgerungsstatistik für 2018 veröffentlicht. Mit insgesamt 18.062 Eingebürgerten ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 15,5 Prozent deutlich gestiegen (2017: 15.638 Einbürgerungen, 2016: 14.394). “Die Verleihung der deutschen Staatsangehörigkeit ist nicht nur ein formaler Akt, sondern unsere neuen Landsleute setzen mit ihrer getroffenen Entscheidung ein starkes Signal für Deutschland”, sagte Herrmann. “Die Eingebürgerten haben gezeigt, dass sie sich bei uns wohlfühlen, heimisch geworden sind und sich als Teil unserer Gesellschaft sehen.” Mit 7.781 Personen, also 43,1 Prozent, stammen deutlich mehr als ein Drittel aller Eingebürgerten aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Deutlich ist unter anderem der starke Anstieg bei britischen Staatsangehörigen mit insgesamt 1.329 Personen – 2017 waren dies noch 974 Personen und 2016 313. “Der ‘Brexit’ ist mit Sicherheit ein wesentlicher Grund dafür”, betonte der Minister.

Spitzenreiter bei den Herkunftsstaaten aus der Europäischen Union ist jedoch Rumänien mit 1.437 Personen. Platz drei belegt Italien mit 869, gefolgt von Polen mit 832 und Kroatien mit 606 Einbürgerungen. Bei den Hauptherkunftsstaaten außerhalb der EU ist die Türkei mit 2.135 Einbürgerungen nach wie vor an erster Stelle. Die weiteren Plätze belegen die Nachfolgeländer des früheren Jugoslawien mit 1.192 (ohne die EU-Staaten Kroatien und Slowenien), der Irak mit 652, die Ukraine mit 450, Indien mit 449, Vietnam mit 386 und Afghanistan mit 371 Eingebürgerten. Herrmann begrüßte das deutlich erkennbare Plus bei den Einbürgerungen: “Ich freue mich über jede Neubürgerin und jeden Neubürger. Dennoch könnte es noch viel mehr Einbürgerungen in Bayern geben, denn es gibt viele Menschen, die einen Anspruch darauf hätten, ihn aber nicht wahrnehmen.”

Mehrstaatigkeit sollte laut Herrmann mit Blick auf die wesentlichen Grundpfeiler des deutschen Staatsangehörigkeitsrechts weiterhin nicht das Ziel sein: “Die Mehrstaatigkeit sollte vermieden werden. Sie kann auch für die Betroffenen selbst zu verschiedenen Problemen führen, etwa im Familien-, Personenstands- oder Namensrecht.” Ohne Berücksichtigung von Unionsbürgern beträgt die Mehrstaaterquote lediglich 37 Prozent. Gründe dafür sind beispielsweise, wenn die Eingebürgerten ihre bisherige Staatsangehörigkeit wegen der Unzumutbarkeit der Kontaktaufnahme mit dem früheren Verfolgerstaat nicht aufgeben können oder Staaten eine Entlassung aus der Staatsangehörigkeit verweigern beziehungsweise sie von unzumutbaren Bedingungen abhängig machen.

Herrmann überreichte nach der Vorstellung der Einbürgerungsstatistik sieben ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die sich in Bayern hervorragend integriert haben, ihre Einbürgerungsurkunde:

Es handelt sich um

  • eine Iranerin, die im Iran Molekularbiologie und in Deutschland Ernährungswissenschaften studiert hat und nun in einem Lebensmittelbetrieb im Qualitätsmanagement tätig ist,
  • einen indischen Staatsangehörigen, der in Indien und den USA Ingenieurwissenschaften studiert hat und derzeit Direktor bei einem Start-up-Unternehmen in München ist,
  • eine Russin, die ihr Abitur nach ihrer Einreise in Deutschland gemacht hat, anschließend Pharmazie studierte und nun als Apothekerin arbeitet,
  • eine südafrikanische Staatsangehörige, die in ihrem Heimatland ein Studium für das Grundschullehramt und Sonderpädagogik absolviert hat und derzeit als Kinderpflegerin tätig ist,
  • eine Polin, die in Deutschland ihre Schulausbildung sowie eine Ausbildung als Kinderpflegerin absolviert hat, auf dem zweiten Bildungsweg Bauingenieurwesen studierte und derzeit eine leitende Position in einem kommunalen Versorgungsunternehmen innehat,
  • einen afghanischen Staatsangehörigen, der derzeit eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann absolviert, und um
  • eine österreichische Schülerin, die ein vielversprechendes Talent in der Leichtathletik ist.

Quelle: Bayerisches Innenministrium