AICHER AMBULANZ UNION Wiesnbericht am 03.10.2018

AICHER AMBULANZ UNION
Foto: Elisabeth Schultheiß

AICHER AMBULANZ UNION Wies´n Bericht am 03.10.2018 mit zahlreichen Einblicken rund um den Sanitätsdienst auf der Wiesn 2018.

Am Vortag zum heutigen Feiertag war die Wiesn trotz des kühlen Windes gut besucht. Unsere Ärzte und Sanitäter versorgten zwischen 9:00 Uhr und 1:00 Uhr insgesamt 346 Patienten.

In der Sanitätswache wurden 191 Patienten durch unsere Ärzte und Sanitäter versorgt.
158 Patienten verließen nach ihrer Versorgung die Aicher-Wiesn-Wache selbstständig.
110 x rückten unsere Tragenstaffeln auf dem Festgelände zu Erstversorgungen aus.
Unsere Kollegen versorten 102 fußläufige Patienten mit 34 Blasenpflastern, 56 Pflastern sowie 12 Hygieneartikel.
22 Patienten wurden durch Krankentransportfahrzeuge in Münchner Kliniken verlegt.
8 Patienten wurden durch Rettungswagen zur Weiterbehandlung abtransportiert, drei der Patienten benötigten eine Notarzt-Begleitung.
5 x behandelten unsere Einsatzkräfte Patienten mit lebensgefährlichen Zuständen.

“Heiß erwischt” hat es gestern den 40 jährigen Iren Anthony. Um dem Trubel im Zelt zu entkommen, bestellte er sich ein Hendl to go. Als dieses in einem Tütchen bei ihm ankam, wollter er seine leckere Errungenschaft erst einmal begutachten und nahm es ohne zu zögern aus der Tüte. Da das Hendl jedoch frisch aus dem Grill kam, verbrannte er sich die Finger an beiden Händen.

Hier nahm das Übel der Geschichte seinen Lauf: Aus Reflex warf er das gute Stück in die Menge, woraufhin ihn ein Security wegen des ungewollten Wurfgeschosses aus dem Zelt begleitete.

Es kam jedoch noch schlimmer: Anthony fiel erst nach seinem Rauswurf auf, dass seine Freunde noch Handy, Geld, Schlüssel sowie die Kontaktdaten des Hotels bei sich trugen. Bei uns angekommen, erinnerte er sich vor Aufregung nicht einmal mehr an den Namen des Zeltes. Zum Glück kamen seine Freunde nach kurzer Zeit auf die Idee, ihn zu suchen und holten den vor Verzweiflung weinenden Anthony bei uns in der Sanitätswache ab.

Nicht nur Wiesn-Besucher, die ein Pflaster benötigen, erreichen uns über den Infopoint. So schleppte sich gestern Nachmittag gegen 15:00 Uhr ein Anfang 60 jähriger Mann mit starken Schmerzen in der Brust selbstständig zu uns. Die beiden Kolleginnen an unserem Infopoint erkannten die Symptome sofort – der Verdacht eines akuten Herzinfarkts war nur zu deutlich erkennbar. Ohne zu zögern brachten die beiden Rettungsassistentinnen den Patienten zu unseren Ärzten, die ihn sofort in die Behandlung aufnahmen. Kurze Zeit später transportierte ihn ein Rettungswagen unter Notarztbegleitung zur Weiterbehandlung in eine Münchner Klinik.

Der Fall zeigte uns deutlich auf, dass vielen Personen die Symptome eines – lebensbedrohlichen – Herzinfarktes noch nicht geläufig sind oder diese nicht ernst genug nehmen. Deshalb zeigen wir die klassischen Symptome nachfolgend nochmals auf:

starke Schmerzen in der Brust, diese können in den Oberbauch und den linken Arm ausstrahlen
massives Engegefühl
starkes Brennen
Atemnot
Erbrechen
kaltschweißiges, fahles Hautbild

Bei Auftreten dieser Symptome ist sofort die Notrufnummer 112 zu wählen!

“Den Vogel abgeschossen”

Ziemlich gut durchgehalten hatten gestern ausnahmsweise mal nicht nur wir, sondern auch unsere 18 jährige Patientin Magdalena. Nach sage und schreibe fünf Maß Bier und 1,5 Litern Sangria kam sie – das zweite Mal in drei Stunden – wegen einer Bagatellverletzung zu uns in die Sanitätswache…dieses Mal mit einem Flamingo unter dem Arm. Trotz der großen Menge Alkohol schaffte sie es, an einer Schießbude treffsicher einen riesengroßen Flamingo zu schießen. Auch wenn wir so viel Alkohol nicht befürworten können, sind wir höchst erstaunt über dieses Ergebnis 😉

Der erste Wiesn-Besuch endete für eine 25 jährige Amerikanerin leider nicht im Bierzelt, sondern bei uns in der Sanitätswache. So hatte unsere Patientin nach dem Genuss einer Süßspeise plötzlich auftretende Atemnot, stark gerötete Haut und hyperventilierte vor Aufregung. Alle Zeichen deuteten klar auf eine starke allergische Reaktion hin, die im Ernstfall tödlich enden kann.

In unseren Behandlungsräumen erhielt sie durch unsere Ärzte eine Infusionstherapie sowie Antiallergika. Da diese schnell ihre Wirkung zeigten, vereinbarten wir die Abholung unserer Patientin durch ihren Freund. Als dieser Eintraf, weinte er vor Erleichterung über ihre Genesung. Voller Dankbarkeit verschwanden beide anschließend ins Wiesn-Treiben.

Quelle: Aicher Ambulanz Union